S-Bahnhof Strausberg/Nord – Ihlandsee – zurück


Lost in Forest – Bericht von Bodo
Alle Jahre wieder treffen sich hochmotivierte Wanderfreunde, um sich gemeinsam schonend zu bewegen und die Natur in vollen Zügen zu genießen. Man könnte meinen, nach den vielen Jahren bleibt keine unerkundete Tour im Berliner Umland mehr übrig – aber nein, ein paar Ho-Chi-Minh Pfade warten noch auf ihre Entdeckung. So sammelten sich, bei strahlendem Sonnenschein, ca. 25 Ron Hiller am S-Bahnhof Strausberg Nord (östlicher Endpunkt S5), um sich in wüste Abenteuer zu stürzen. Zunächst ging es auf verkehrsarmen Asphaltstraßen nach Wilkendorf. Dort befindet sich ein Schloss, ein Golfplatz und das Museumsareal des ostdeutschen Holzkünstlers Wolfgang Stübner.
Wir bewunderten dort allerlei skurrile Exponate vom stahlharten Phallus, schwangeren Schönen bis zu allerlei Kobolden und surrealen Figuren. Bei Klopfer und Keks, untermalt vom eigens komponierten Wandersong (Frank Britze) , erläuterte uns der Künstler seine Geschichte und seine Werke.
Hier des Song zum reinhören:
Anschließend ging es weiter zum Ihlandsee und endlich weg vom Asphalt auf den wohligen Waldboden. Am Uferweg gab es dann einige umgestürzte Baumgruppen zu überwinden. Dies war ein bisschen Tough Mudder light. Gegenseitiges Helfen, ziehen, stützen, heben, Hand halten waren gefragt. Die Truppe erledigte dies fröhlich und solidarisch. Einige ambitionierte Jung-Ron Hiller forderten mehr Schikanen, wollten sich mehr auslasten. Wir umrundeten den See zu drei Vierteln und stießen dann unvermittelt in das wilde Dickicht hinein, um die vorgegebenen 10 km auch nicht zu überschreiten. Manch einer verlässt die breiten Touriwege (Pilzsammler, Waldbader, Orientierungsläufer, Single Trail wild Crossläufer, Jäger, Mystiker) um den Wald authentisch und intensiv zu erleben.
Zunächst waren die ausgewiesenen Komoot -Wege noch ganz gut zu bewältigen, doch dann wurden die Pfade immer bewachsener und unförmiger, das Terrain immer schwieriger zu begehen. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass es sich nur um angedeutete Wildpfade handelte- ein Mensch war da sicher noch nie. Zeitweise trieb mich die Sorge um, den Rückzug anzutreten und längere aber bessere Wege zu nehmen. Manch Sorgeruf und Klage war zu vernehmen. Am Ende haben sich jedoch alle erfolgreich durch knackendes Unterholz und Gestrüpp durchgekämpft und außer ein paar Dornenkratzern und ein paar bangen Minuten ist, nach meiner Kenntnis, wohl nichts passiert.
Die Belohnung gab es wenig später im hübschen Bahnhofsgasthaus. Nein, es war keine Mitropa, eher gehobene Gastronomie mit gehobenen Preisen, aber netter Kellnerin und netten Vereinsseparee. Manch ein Leckerbissen war dort zu haben, mancher war wohl eher durchschnittlich, am besten empfand ich das äußerst süffige böhmische Schwarzbier. Schwarzwild ist uns, Gott sei Dank, nicht begegnet. Das wäre zu viel des Guten gewesen!
1. Station – Der Holzkünstler
Dann begann die eigentliche, teilweise anstrengende Wanderung!
Im nächsten Jahr möchte Steffen Nordwig die Wanderung im Bereich Oranienburg organisieren.

